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    19세기 후반부 독일 시민사회의 대중지와 문학생산- 빌헬름 라베의 소설 발표의 예를 중심으로 = Massenblatter und Literaturproduktion in der deutschen burgerlichen Gesellschaft in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts- Am Beispiel der Erstdrucke der Prosawerke von Wilhelm Raabe

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    Die vorliegende Arbeit geht von der Tatsache aus, dass die meisten Werke deutscher Autoren in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts in Massenblattern als Vorabdruck erschienen sind. Bei diesen Massenblattern handelt es sich u.a. um literarisch-kulturelle Zeitschriften wie Familienzeitschriften und Illustrierte Unterhaltungsschriften, durch die bei der Produktion wie beim Konsum der Literatur große Veranderungen eingetreten sind. Indem die Autoren ihre Werke zuerst in Massenblattern veroffentlichen, konnten sie einem großeren Kreis von Lesern bekannt werden und mehr Leser finden. Und die expansive Entwicklung der Zeitschriften seit 1850 hatte den Autoren die Existenz als Berufsschriftsteller uberhaupt erst ermoglicht. Die Zeitschriften als Institution fur Literaturproduktion veroffentlichen Literatur, indem sie die Autoren bezahlen und die ?Ware` den Lesern an einem bestimmten Datum gegen Entgelt liefern. Die Massenblatter hatten sehr großen Anteil am Aufstieg der Erzahlprosa, besonders der Novelle, denn sie bevorzugten Prosawerke, weil die in Form und Lange relativ biegsam sind, anders als Drama und Lyrik, bei denen asthetische und formale Kriterien noch strikter eingehalten werden mussten. Wenn die Aufklarung bzw. die Volksbildung, die Erhohung der Produktionsenergie der Schriftsteller und die Popularisierung der Literatur als positive Seite der Massenblatter zu betrachten sind, so ist aber zugleich auf den negativen Aspekt zu verweisen, dass sie zugunsten der niedrigen Bedurfnisse und Interessen der Leser in Gehalt und Form der Literatur eingegriffen haben, so dass deren Qualitat oder Neveau allgemein niedrig wird. Besonders seit 1880 haben sie literarische Werke ausschließlich als Ware betrachtet, die Gewinn bringen sollte. Wilhelm Raabe, der sich in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts als Berufsschriftsteller betatigt hat, hat auch die meisten seiner Werke, und zwar 60 von den insgesamt 68, in Massenblattern vorab drucken lassen. Er hat insgesamt 15 Zeitschriften fur die Veroffentlichung seiner Prosawerke benutzt, darunter mehr Illustrierte Unterhaltungsschriften als Familienzeitschriften, weil bei jenen der Anteil der Literatur großer war. “Westermann`s Monatshefte", “Deutsche Roman-Zeitung" und “Uber Land und Meer" sind die Illustrierten Unterhaltungsschriften, die Raabe fur seine Werke am meisten benutzt hat. Es hat sich herausgestellt, dass Raabe in der ersten und zweiten Schaffensphase von 1854-1872 mehr Novellen als Erzahlungen und Romane geschrieben hat, wahrend er in der dritten Schaffensphase seit 1872 mehr Romane als Novellen geschrieben hat. Der Grund dafur ist u.a. darin zu finden, dass die Massenblatter in den 50er Jahren Novellen bevorzugt haben und erst seit den 60er Jahren auch Romane in Fortsetzungen aufgenommen haben. In Raabes Werken sind manche konventionellen Themen und Motive zu finden, die anscheinend den Interessen der Zeitschriftenleser entsprechen. Raabe hat sie jedoch dafur verwendet, der vom Mammon und Erfolgssinn sehr stark beeinflussten burgerlichen Gesellschaft einen kritischen Spiegel vorzuhalten. Raabe selbst hat sich nicht selten sehr uber die anmaßenden Zeitschriften, die seine Werke verunstalten wollten, geargert, was ihn dazu zwang, die Zeitschriften, denen er seine Werke anvertraute, oft zu wechseln.
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    Die vorliegende Arbeit geht von der Tatsache aus, dass die meisten Werke deutscher Autoren in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts in Massenblattern als Vorabdruck erschienen sind. Bei diesen Massenblattern handelt es sich u.a. um literarisch-kultu...

    Die vorliegende Arbeit geht von der Tatsache aus, dass die meisten Werke deutscher Autoren in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts in Massenblattern als Vorabdruck erschienen sind. Bei diesen Massenblattern handelt es sich u.a. um literarisch-kulturelle Zeitschriften wie Familienzeitschriften und Illustrierte Unterhaltungsschriften, durch die bei der Produktion wie beim Konsum der Literatur große Veranderungen eingetreten sind. Indem die Autoren ihre Werke zuerst in Massenblattern veroffentlichen, konnten sie einem großeren Kreis von Lesern bekannt werden und mehr Leser finden. Und die expansive Entwicklung der Zeitschriften seit 1850 hatte den Autoren die Existenz als Berufsschriftsteller uberhaupt erst ermoglicht. Die Zeitschriften als Institution fur Literaturproduktion veroffentlichen Literatur, indem sie die Autoren bezahlen und die ?Ware` den Lesern an einem bestimmten Datum gegen Entgelt liefern. Die Massenblatter hatten sehr großen Anteil am Aufstieg der Erzahlprosa, besonders der Novelle, denn sie bevorzugten Prosawerke, weil die in Form und Lange relativ biegsam sind, anders als Drama und Lyrik, bei denen asthetische und formale Kriterien noch strikter eingehalten werden mussten. Wenn die Aufklarung bzw. die Volksbildung, die Erhohung der Produktionsenergie der Schriftsteller und die Popularisierung der Literatur als positive Seite der Massenblatter zu betrachten sind, so ist aber zugleich auf den negativen Aspekt zu verweisen, dass sie zugunsten der niedrigen Bedurfnisse und Interessen der Leser in Gehalt und Form der Literatur eingegriffen haben, so dass deren Qualitat oder Neveau allgemein niedrig wird. Besonders seit 1880 haben sie literarische Werke ausschließlich als Ware betrachtet, die Gewinn bringen sollte. Wilhelm Raabe, der sich in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts als Berufsschriftsteller betatigt hat, hat auch die meisten seiner Werke, und zwar 60 von den insgesamt 68, in Massenblattern vorab drucken lassen. Er hat insgesamt 15 Zeitschriften fur die Veroffentlichung seiner Prosawerke benutzt, darunter mehr Illustrierte Unterhaltungsschriften als Familienzeitschriften, weil bei jenen der Anteil der Literatur großer war. “Westermann`s Monatshefte", “Deutsche Roman-Zeitung" und “Uber Land und Meer" sind die Illustrierten Unterhaltungsschriften, die Raabe fur seine Werke am meisten benutzt hat. Es hat sich herausgestellt, dass Raabe in der ersten und zweiten Schaffensphase von 1854-1872 mehr Novellen als Erzahlungen und Romane geschrieben hat, wahrend er in der dritten Schaffensphase seit 1872 mehr Romane als Novellen geschrieben hat. Der Grund dafur ist u.a. darin zu finden, dass die Massenblatter in den 50er Jahren Novellen bevorzugt haben und erst seit den 60er Jahren auch Romane in Fortsetzungen aufgenommen haben. In Raabes Werken sind manche konventionellen Themen und Motive zu finden, die anscheinend den Interessen der Zeitschriftenleser entsprechen. Raabe hat sie jedoch dafur verwendet, der vom Mammon und Erfolgssinn sehr stark beeinflussten burgerlichen Gesellschaft einen kritischen Spiegel vorzuhalten. Raabe selbst hat sich nicht selten sehr uber die anmaßenden Zeitschriften, die seine Werke verunstalten wollten, geargert, was ihn dazu zwang, die Zeitschriften, denen er seine Werke anvertraute, oft zu wechseln.

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    참고문헌 (Reference)

    1 권선형, "소유와 욕망 그리고 정체성- 빌헬름 라베의 후기소설과 사실주의 -" 한국독일언어문학회 (39) : 135-155, 2008

    2 아놀드 하우저, "문학과 예술의 사회사, 현대편" 창작과비평사 1985

    3 지명렬, "독일문학사조사" 서울대학교출판부 1986

    4 "http://www.zeitschriften.ablit.de/romanzeitung/ueb/ueb.htm"

    5 "http://de.wikipedia.org/wiki/Westermanns_Monatshefte"

    6 "http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzboten"

    7 "http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gartenlaube"

    8 "http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Rundschau"

    9 Eva D. Becker, "Zeitungen sind doch das Beste, In Bürgerliche Realisten und der Vorabdruck ihrer Werke in der periodischen Presse" Gestaltungsgeschichte und Gesellschaftsgeschichte 382-408, 1969

    10 Hermann Helmers, "Wilhelm Raabe, 2. neu bearbeitete Aufl." 1978

    1 권선형, "소유와 욕망 그리고 정체성- 빌헬름 라베의 후기소설과 사실주의 -" 한국독일언어문학회 (39) : 135-155, 2008

    2 아놀드 하우저, "문학과 예술의 사회사, 현대편" 창작과비평사 1985

    3 지명렬, "독일문학사조사" 서울대학교출판부 1986

    4 "http://www.zeitschriften.ablit.de/romanzeitung/ueb/ueb.htm"

    5 "http://de.wikipedia.org/wiki/Westermanns_Monatshefte"

    6 "http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzboten"

    7 "http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gartenlaube"

    8 "http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Rundschau"

    9 Eva D. Becker, "Zeitungen sind doch das Beste, In Bürgerliche Realisten und der Vorabdruck ihrer Werke in der periodischen Presse" Gestaltungsgeschichte und Gesellschaftsgeschichte 382-408, 1969

    10 Hermann Helmers, "Wilhelm Raabe, 2. neu bearbeitete Aufl." 1978

    11 Hans Oppermann, "Wilhelm Raabe in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten" Rowohlt 1970

    12 Ulf Eisele, "Raabes “Stopfkuchen” und die Frage des Realismus" 1979

    13 Sibylle Obernaus, "Literarische und politische Zeitschriften 1848-1880" Metzler 1987

    14 "Gartenlaube_1853"

    15 Marianne Wünsch, "Eigentum und Familie. Raabes Spätwerk und Realismus" 31 : 248-266, 1997

    16 Fritz Martini, "Deutsche Literatur im bürgerlichen Realismus 1848-1898, vierte, mit neuem Vorwort und erweitertem Nachwort versehene Auflage" Metzler 1981

    17 "Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts (1830-1895), von Gotthart Wunberg in Zusammenarbeit mit Rainer Funke, Bericht 1·1960/75, Bern [u.a.]"

    18 Wilhelm Raabe, "Braunschweiger Ausgabe, Bd. 9, bearbeitet von Karl Hoppe, Hans Oppermann und Hans Plischke" 1974

    19 Wilhelm Raabe, "Braunschweiger Ausgabe, Bd. 16, bearbeitet von Hans Oppermann" 1970

    20 Wilhelm Raabe, "Braunschweiger Ausgabe, Bd. 12, 2., durchgesehene Auflage, besorgt von Karl Hoppe und Hans Oppermann" 1969

    21 Wilhelm Raabe, "Braunschweiger Ausgabe, Bd. 11, 2., durchgesehene Auflage, besorgt von Karl Hoppe und Rosemarie Schillemeit" 1973

    22 고재백, "19세기 후반기 독일 부르주아 가족잡지의 역사 - 주간 가족화보(畵報) 가르텐라우베를 중심으로 -" 한국독일사학회 (12) : 3-46, 2006

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