Bis vor kurzem befindet sich die Worbildungslehre(=WBL) in der Lage, bei ihrer Beschreibung vor allem den Grund zu den Regelhaftigkeiten und Produktivita¨ten in den Wortbildungsprozessen zu legen und die synchronischen Beschreibungsmodelle in der Bez...
Bis vor kurzem befindet sich die Worbildungslehre(=WBL) in der Lage, bei ihrer Beschreibung vor allem den Grund zu den Regelhaftigkeiten und Produktivita¨ten in den Wortbildungsprozessen zu legen und die synchronischen Beschreibungsmodelle in der Beziehungen der Morphologie, Syntax, und Semantik umzuschreiben. In den meisten WBL werden die Worbildungssyntagmen(=WBSS) f¨ur die lexikalisierten Einheiten gehalten, d.h. sie kommen so in der WBL gar nicht in Frage, wie Simplizia nur im Lexikon behandelt werden ko¨nnen. Also richtet diese Arbeit ihre Aufmerksamkeit auf morphologische und semantische Unregelma¨βigkeiten der WBSS. sie will verschiedene Charakter der WBSS untersuchen und das Wesen der Lexikalisierung ermitteln.
Das WBS 'Groβstadt' ist zwar 'eine groβmutter' ist doch nicht 'eine groβe Mutter', aber 'eine Mutter'. Dagegen bezieht sich das WBS 'Augenblick' weder auf 'Auge', noch auf 'Blick'. Die einmal gebildeten WBSS tendieren bei ha¨ufigem Gebrauch dazu, eine einzige lexikalische Einheit mit spezifischem Inhalt zu werden. Also durch die Lexikalisierung geht der Syntagma-Charakter in mehr oder weniger starkem Maβe verloren. Der Terminus Lexikalisierung wird gelegentlich mit Idiomatisierung und Demotivierung gleichgesetzt, ist die Idiomatisierung ein Prozeβ der semantischen Vera¨nderung(Wandel) von WBSS, dessen Resultat ein mehr oder weniger hoher Grad an Idiomatizita¨t ist. Unter Demotivierung, d.h. dem Verlust der Motivation eines WBS, verstehen wir das Schwinden des Zeichencharakters einer oder mehrerer seiner Konstituenten. So ist die Demotivierung nicht mit Verlust der Analysierbarkeit gleichzusetzen.
Bei dem Bildungsprozeβ gehen mit den WBSS verschiedeve Wandel in geringerem oder gro¨βerem Grader vor: so phonologische Wandel, semantische Wandel, Referenz-Wandel, und formale Wandel.
Eine der wichtigsten Ursachen der Lexikalisierung ist im eigentlichen Worcharakter WBSS und damit ihrer Benennungsfunktion zu suchen. Durch die Lexikalisierung, als gradueller diachronischer Vorgang, wird der einheitliche Charakter eines WBS in immer sta¨rkerem Maβe zum Ausdruck gebracht. Vereinheitlichung und Isolierung sind somit Aspekte das graduellen Verlusts das Syntagma-Charakters. Um den sprachlichen Gegebengeiten und Regularita¨ten gerecht zu werden, sollte die Lexikalisierung, als diachronischer Vorgang, bei synchronischer Beschreibung am besten als U¨berlagerung generalisierbarer Wortbildungsprozesse aufgegaβt werden.