Der Liebenden Goethe von 1806 aber gab dem Stueck eine zweite, tragische Buhnenfassung, bei der die Liebenden untergehen mu ten und keine Versohnung der Widerspruch mehr moglich war, Jetzt wei Goethe, da die menschliche Gesellschaft auf der Monogamie...
Der Liebenden Goethe von 1806 aber gab dem Stueck eine zweite, tragische Buhnenfassung, bei der die Liebenden untergehen mu ten und keine Versohnung der Widerspruch mehr moglich war, Jetzt wei Goethe, da die menschliche Gesellschaft auf der Monogamie ruht und da auch die Unbedingtheit des menschlichen Gefuhls das Gesetz einer solchen ordnung nicht zu durchbrechen vermag. Bei aufmerksamer Betrachtung kam zur Sprache, da nach unsren Sitten, die ganz eigentlich auf Monogamie gegrundet sind, das Verhaltnis eines mannes zu zwei Frauen, besonders wie es hier zur Erscheinung kommt, nicht zu vermitteln sei und sich daher vollkommen zur Tragodie qualifiziere. Fruchtlos blieb deshalb jener Versuch der Verstandigen Cacilie, das Verhaltnis ins Gleiche zu bringen. Aber auch das Schauspiel fur liebende, das gewi keine Tragodie, sondern ein empfindsames Liebesdrama ist, verharrlicht nicht nur das berschwenglich fuhlende Herz.
Clavigo und Fernando sind nicht nur Gestalten einer Goetheschen Lebensbeichte, sondern auch psychologisch kritische Charakterstudien, die die Leidenschaft als Begnadung und als Verhangnis analysieren.