In der vorliegenden Arbeit wird <Die Burger von Calais> in Bezug auf die Dramentheorie des Kaisers und den literarischen Hintergrund des Expressionismus untersucht. Nach der Dramentheorie des Kaisers ist das Drama Ausdruck einer zeitenthobenen I...

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2008
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사고유희 ; Ideenspiel ; 새로운 삶 ; Neues Leben ; 새로운 인간 ; Neuer Mensch ; 인간개혁 ; Erneuerung des Menschen ; 표현주의 ; Expressionismus
680.911
KCI등재
학술저널
105-148(44쪽)
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In der vorliegenden Arbeit wird <Die Burger von Calais> in Bezug auf die Dramentheorie des Kaisers und den literarischen Hintergrund des Expressionismus untersucht. Nach der Dramentheorie des Kaisers ist das Drama Ausdruck einer zeitenthobenen I...
In der vorliegenden Arbeit wird <Die Burger von Calais> in Bezug auf die Dramentheorie des Kaisers und den literarischen Hintergrund des Expressionismus untersucht. Nach der Dramentheorie des Kaisers ist das Drama Ausdruck einer zeitenthobenen Idee. Es ist vor allem die Idee der "Erneuerung", die Kaiser zum Expressionisten stempelt. Denn die Erneuerung des Menschen in der Gesellschaft, seine Erweckung von einer falschen und dumpfen zu einer reineren und hoheren Existenz ist ein Grundmotiv der expressionistischen Bewegung. Die theoretisch behauptete Freiheit der Idee und der szenischen Aktion rechtfertigt und bestatigt Kaisers dramaturgische Praxis, indem sie die szenische Wirklichkeit als absolut gesetzte Wirklichkeit anerkennt und absichert. Die meisten der Kaiserschen Figuren sind Entwurfe aus der Idee in die Realitat. Das Werk <Die Burger von Calais> verwirklicht zum ersten Mal Kaisers Vision von neuen Menschen, die in spateren Dramen fortgesetzt. Eustache de Saint-Pierre ist eine ausdruckliche Personifikation des neuen Menschen. Er gibt sich an die Gesellschaft auf. Er ist der Fuhrer zur ruhmlosen und selbstlosen Tat. Aus dem Opferwillen jedes Einzelnen wird durch die ganzliche Hingabe an die Opfertat die ichlose Gemeinschaft der neuen Menschen. Als der absolute, schopfeische Geist des Dichters und des Zeitalters legt Eustache de Saint-Pierre eine neue Sozialethik vor. Kaiser erwagt die Moglichkeit des neuen Menschen, um die chaotische Situation zu uberwinden. Den neuen Mensch verkorpert die Hauptfigur des Dramas: Eustache de Saint-Pierre, er reagiert gegen die chaotische Wirklichkeit weder maschinell noch bildlings, sondern sucht aktiv gegen die Wirklichkeit anzugehen und zu der Erneuerung des Menschen wie der Welt zu gelangen. Die Sprache und der streng symmetrische Aufbau dieses Werkes tragen bei dazu, den Zuschauer vom außlichen Zufalligen abzulenken und ihn am großen Ideenspiel teilnehmen zu lassen. Nur der mitdenkende Zuschauer weiß, was in der Seele Eustaches vorgeht. Mit Recht betrachtete Bertolt Brecht Kaiser als einen Vorlaufer seines eigenen Theaters, wenn er schrieb, Kaiser habe in den Theatern jene ganze neue Haltung des Publikums ermoglicht, jene kuhle, forschende, interessierte Haltung, namlich die Haltung des Publikume des wissenschaftlichen Zeitalters. Kurz gesagt, angesichts des geistigen und sozialistischen Krisensituation teilt Kaiser durch dieses Werk den Expressionisten eine zeitige Lehre mit. Der neue Mensch handelt nicht blindlings, augenblicklich und improvisiert von Mut und Leidenschaft, sondern ruhig und gefaßt durch Erwagung und uberzeugung. Eustasche wird als ein neuer Mensch geboren, indem er seinen Willen zur Ausfuhrung bringt. Also wird Georg Kaiser als Schopfer einer neuen Dramenform und als Kunder eines neuen Menschentums gepriesen.
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