In diesem Artikel geht es darum, den Bildungsgedanken Richerts und seine schulreformerischen
Versuche von 1924~1925 kritisch zu behandeln. Das beruht darauf, dass sein padagogischer
Gedanke und die von ihm am nachhaltigsten beeinflusste Schulreform ...
In diesem Artikel geht es darum, den Bildungsgedanken Richerts und seine schulreformerischen
Versuche von 1924~1925 kritisch zu behandeln. Das beruht darauf, dass sein padagogischer
Gedanke und die von ihm am nachhaltigsten beeinflusste Schulreform in Preußen in die
nationalsozialistischen Bildungsideologie einmündet. Diese Reform war nicht nur eine der Reaktionen
auf die Schulkrise, die sich aus den expansiven Tendenzen im höheren Schulwesen durch die soziale Öffnung der Bildung ergeben hatte, sondern auch ein Resultat der heftigen Kampfe zwischen Interessengruppen bzw. Klassen um die Bildungserweiterung und –einschrankung. Von Standpunkt der gymnasialpädagogischen Tradition aus ordnete Richert die hohere Schule nicht rechtgemäß ein. Und die Kulturkunde oder Kernfächer, die sowohl die Methoden als auch die Prinzip für die Einheitsschule bei ihm sein sollten, vernachlässigten die Universalitätsforderungen des Bildungsideals und gerieten in eine didaktisch-methodologische Verengung.