Daher mußte in dieser Studie die verlorene Zeit neu reflektiert und analysiert werden. Um die Beziehungsentwicklung der beiden Staaten vorauszusehen, mo¨chte ich die historische Ann a¨hrungsmethode(internationale, beziehungsgeschichtliche Methode n...
Daher mußte in dieser Studie die verlorene Zeit neu reflektiert und analysiert werden. Um die Beziehungsentwicklung der beiden Staaten vorauszusehen, mo¨chte ich die historische Ann a¨hrungsmethode(internationale, beziehungsgeschichtliche Methode nach Prof.J.B.Duroselle) anwenden und wissenschaftlich neue, wertvolle und historische Wahrheiten enthu¨llen.
In der Beru¨hrungsperiode vor dem Vertragsabschluss unterhielt Korea sowohl zu Deutschland als auch zu den anderen westlichen La¨ndern keine beziehungen. Die erst spa¨t begonnenen Politik der offenen Tu¨r fu¨hrte die wirschaftliche Plu¨nderung der westlichen Ma¨chte in Korea herbei. Durch die einseitige Ausfuhr nach Korea und den Erwerb des Abbaurechts der Goldmine(1898) machte Duutschland auch keine Ausnahme. Der deutsche Konsul, F. Krien beging die diplomatische Missetat, in 90en Jahren eine solche Konzession zu erwerben. Dadurch geriet er in der Geschichte in Schande. Es darf aber nicht u¨bersehen werden, daß Deutschland zu den wenigen La¨ndern geho¨rte, die beim Modernisierungsprozeß in Korea eine ausschlaggebende rolle spielte: Der Ko¨nig von Korea berief vor dem Vertragsabschluß Georg Paul von Mo¨lendorff, den vormaligen deutschen Konsul in Tsien-Chin und sekreta¨r von Li Hung-Chang(1882) als sein Berater an den koreanischen Hof. Nach seiner Konzeption begann der Ko¨nig mit der Modernisierungsarbeit. Davon abgesehen, wie man heutzutage ihn scha¨tzt, war G.P. Mo¨llendorff der Gru¨nder der englischen Schule und der Mu¨nzsta¨tte und zugleich derjenige, der westliche Gesetze erstmalig in Korea enifu¨hrte. Seine Konzeption u¨ber den Fremdsprachenunterricht u¨bte einen bedeutenden Einfluß darauf aus, daß in den 90en Jarhren sowohl die deutsche Schule von J. Bolljahn als auch die englische, franzo¨sische, russische, japanische und chinesische Schule gegru¨ndet wurden. Nach seinen Ideen sollte Korea, um die Unabha¨ngigkeit des Landes zu erhalten, mit den vielen anderen europa¨ischen La¨ndern Vertra¨ge abschließen. Dieser Vorschlag wurde auch angenommen. Seine Leistungen wa¨hrend seines drei Jahre dauernden Aufenthalts in Korea u¨ben heute noch auf die weiteren Beziehungen zwischen Korea und Deutschland aus.
Durch den Koreabesuch von Prinz Heinrich, dem Bruder von Wilhelm Ⅱ kam Ende des 19. Jahrhunderts eine bessere beziehung zwischen beiden Staaten zustande. Der Besuch fu¨hrte zur "ersten freundschaftlichen Begegnung der ko¨niglichen Familien beider Staaten(1898)". 1901 wurde Franz Eckert nach Korea berufen, um die Milita¨rkapelle der koreanischen Regierung zu leiten.(Er starb 1916 in Seoul) Er komponierte die nationalhymne des koreanischen Ko¨nigreiches und fu¨hrte westliche Musik ein. Dr. Richard Wunsch wurde zum Hofrzt ernannt(1901~1905). Anfang des 20. Jahrhunderts bemu¨hte er sich um,, die Modernisierung der medizinischen Einrichtungen."
Aufgrund der Entwicklung der wirschaftlichen und kulturellen beziehungen zwischen Korea und Deutschland gru¨ndete die koreanische Regierung im Jahre 1901 die Gesandtschaft in Berlin, um die Diplomatie mit Deutschland zu versta¨rken. Das 1904 im Krieg mit Rußland siegreiche Japan no¨tigte orea 1905 einen Staatsvertrag auf, der dem Ko¨nigreich sein diplomatisches Recht entzog. In der Folge mußten die diplomatischen beziehungen sowohl mit Deutschland als auch mit den anderen Staaten abgebrochen wurden. Die Beziehung zu Deutschland ruhte bis 1955. Erst dann wurden die beziehungen unter einer politisch neuen Konstellation wieder aufgenommen. Beide Staaten hatten schwere und wenig erfolgreiche Zeiten hinter sich.
Deshalb wird die Vakuumsperiode auf der ausgedehnten Linie der diplomatischen Beziehungen zwischen dem koreanischen Ko¨nigreich und Preußen untersucht. Von 1906 bis 1916 existierten die Milita¨rkapelle unter F. Eckert und die deutsche Schule von J. Bolljahn weither. Dadurch blieben die kulturellen beziehungen zwischen den beiden Staaten erhalten. Zu dieser Zeit traten die Benediktiner von St. Ottilien 1909 in Korea auf. Seitdem hat Korea im religio¨sen bereich auch Kontakt zu Deutschland. Die benediktiner gru¨ndeten eine Missionsabteilung in Korea und trugen zur Entwicklung im kulturellen bereich bei:Ein hervorragender Gelehrter in Koreanistik wie Prof. Andre Eckart ging hervor.
Wenn man bei der 100-Jahr-Feier zuru¨ckdenkt, u¨berwandten die beiden Staaten die unglugckliche Zeit und den Aufteilungsschmerz gemeinsam und arbeiteten im kulturellen und wirtschaftlichen bereich zusammen. Gelegentliche verstimmtheiten u¨berwandten sie vernu¨nftig und verbanden sich fest als befreundete La¨nder.
Was die beiden Vo¨lker erkennen sollten ist, dass die beide La¨nder verschiedene historische Grundlage, Aufteilungs-und Staatsentwicklungs prozess haben, und dass mann die gegeseitigen Gemeinsamkeiten maximal entfalten und zusammenarbeiten muss, um Zukunft eine optimal Entwicklung der Beziehungen zu ermo¨glichen.
Die Verbesserung der Beziehungen ist nur dadurch mo¨glich, wie bereits erwa¨hnt, wenn historisch alle Punkte neu reflktiert und der Aufteilungsschmerz beider Staaten vernu¨nftig u¨berwunden werden; ferner auf der Basis eines gegenseitigen Verstehens und einer gemeinsamen Zusammenarbeit.