In der Montagueschen Grammatik unterscheidet sich die syntaktische Struktur nicht von der semantischen oder logischen Struktur, d.h. es besteht ein Isomorphismus zwischen der syntaktischen und der semantischen Struktur. In der Wortbildung entspricht j...
In der Montagueschen Grammatik unterscheidet sich die syntaktische Struktur nicht von der semantischen oder logischen Struktur, d.h. es besteht ein Isomorphismus zwischen der syntaktischen und der semantischen Struktur. In der Wortbildung entspricht jedoch die morphologische Struktur nicht immer der semantischen oder logischen Struktur. Also die eins-zu-eins Abbildung von der morphologischen zu der logischen Struktur sei in der Worbildung nicht mehr haltbar.
In diesem Aufsatz versuche ich eine logische Form (=LF) darzustellen, die eine oberfla¨chliche morphologische Struktur der Worbildung mit der abstrakten semantischen Repra¨sentation verbindet. Zuna¨chst wird die morphologische Struktur der Wortbildung mit Hilfe von einigen Konventionen von Lieber (1982) (z.B. "feature percolation") abgeleitet. In der morphologischen Struktur der Wortbildung wird dann das Wortbildungsaffix zu dem ho¨chsten Knoten der Struktur adjungiert. Gleichzeitig wird die morphologische Struktur semantisch restrukturiert. Diesen Prozeß nenne ich nach Pesetsky(1985) eine QR(="Quantifier-Raising") a¨hnliche Affix-Bewegung, die aus der oberfla¨chlichen morphologischen Struktur eine LF ableitet. Erst in dieser LF soll dann die semantische Interpretation der Wortbildung ermo¨glicht werden. Zur semantischen Interpretation benutze ich die Theorie der Intensionalen Logik, die von Bartsch(1977, 1981) und Ullmer-Ehrlich(1977) entwickelt wurde.
Viele theoretische Probleme der semantischen Interpretation in der bisherigen dt. Wortbildungslehre ko¨nnen sicherlich durch die in diesem Aufsatz dargestellte LF gut gelo¨st werden.