Humor als eine grundlegende Geisteshaltung fu¨r den Schaffensakt Hoffmanns wirkt sowohl auf die Darstellungsebene als auch auf die Inhaltsebene in Die Elixiere des Teufels ein. Hoffmann desillusioniert mit der humoristischen Haltung die Erza¨hlfikt...
Humor als eine grundlegende Geisteshaltung fu¨r den Schaffensakt Hoffmanns wirkt sowohl auf die Darstellungsebene als auch auf die Inhaltsebene in Die Elixiere des Teufels ein. Hoffmann desillusioniert mit der humoristischen Haltung die Erza¨hlfiktion: Durch die Einfu¨hrung und Unterbrechung des Herausgebers, durch das Schlusswort des naiven Bibliothekars und durch die Auftritte von Schovnfeld. Das Wekr lebt also von siener doppelten Erza¨hlweise: Auf der einen Seite steht eine ernste Erza¨hlweise von Medardus, die triviale Zu¨ge annimmt und sein Leiden suggestiv mitempfinden la¨sst. Auf der anderen Seite steht die humoristische Erza¨hlweise, die die Erza¨hlwelt von Medardus als Scheine entlarvt und auf den verborgenen Sinn hinweist. Hoffmann will den Leser tief ins Dargestellte hineinlocken, um dann von ihm wieder die Distanz zum Dargestellten zu fordern. Mittels des Wechselspiels von Illusion und Desillusion bringt Hoffmann den Leser zum Nachdenken. Die Figur Scho¨nfeld, die das humoristische Prinzip personifiziert, wirft ein ironisches Licht auf das Geschehen und beleuchtet damit aus anderer Perspektive die unheimlichen Begebenheiten. Scho¨nfeld rettet Medardus immer wieder aus einer Lebensgefahr. Er erfu¨llt eine helfende, erga¨nzende. Funktion fu¨r Medardus, der sich an seine beschra¨nkte Vernunft klammert. Scho¨nfeld leidet ebenso wie Medardus unter eine, chronischen Dualismus. Im Gegensatz zu Medardus, der seinen Doppelga¨nger nicht anerkennt, verda¨ngt und keine Kontrolle u¨ber sich selbst hat, gibt Scho¨nfeld selber seinem zweiten Ich eine zeigt eine andere Dimensiondes Wahrnehmens und Denkens, die bestehende Normen in Frage stellt. Scho¨nfeld hat die Fa¨higkeit, das eigentliche Wesen hinter der oberflavchlichen Erscheinung zu schauen, mit seiner skurrilen aPhantasie den ironischen Doppelga¨nger zu gestalten und die Rigorosita¨t von Ideen und rationalen Zwa¨ngen zu relativieren. Hoffmann verweist mit der Figur Scho¨nfeld auf eine Lo¨sung fu¨r das Problem von Medardus. Erst wenn seine Vernunft sich mit dem Humor verbindet und wenn die ins Unbewusste verdra¨ngten Inhalte dem Bewusstsein zuga¨glich sind, kann sich Medardus mit seinem zwiespa¨ltigen Dasein verso¨hnen. Im Humor verwandelt sich der tiefste Schmerz der Erkenntnis der da¨monischen Seite der Natur in Lust bei dessen U¨berwindung.