Die Beschaftigung mit der Illustration der Lutherbibel(1534) bildet den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit. Luthers Haltung zum Bild wurde zunachst im Detail behandelt. Luther schrieb den Bildern zwei Aufgaben zu. Zum einen gebrauchte er Bilder zur P...
Die Beschaftigung mit der Illustration der Lutherbibel(1534) bildet den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit. Luthers Haltung zum Bild wurde zunachst im Detail behandelt. Luther schrieb den Bildern zwei Aufgaben zu. Zum einen gebrauchte er Bilder zur Polemik gegen Rom. Sie trugen maßgeblich zur Befreiung von der romischen Kirche bei, denn sie waren das Verstandigungsmittel, da große Teile der Bevolkerung nicht lesen konnten. Die zweite wichtige Aufgabe der Bilder, ihre didaktische Funktion, war der Verkundigung im Dienst der Reformation zugewiesen. Im Hauptteil der Arbeit wurden die Illustrationen der Lutherbibel beschrieben und in ihrer Beziehung zu den Inkunabeln untersucht. Anders als die Inkunaben, erhielten die Leser die Auslegung des Textes durch die Illustrationen direkt beigefugt. Luther benutzte sie als Medium zur Zeitkritik. Also machten die Illustrationen die Lutherbibel zu einem Bilderkampfbuch. Vor allem wurde das Papsttum in den Apokalypseholzschnitten angegriffen. Die Illustration der Lutherbibel war nicht mehr Buchschmuck wie in der Inkunabelzeit. Die Verbindung von polemischem Bildmaterial und Ubersetzung der Heiligen Schrift machte die Lutherbibel unwahrscheinlich wirkungsvoll.