Wer mit dem Zeichenprozess bei Ch. S. Peirce vertraut ist, findet eine große Ahnlichkeit mit der Operationsweise des Luhmannschen Systems. In der vorliegenden Arbeit wird versucht, das Luhmannsche ``System`` aus der Perspektive der Operation ``Beobac...
Wer mit dem Zeichenprozess bei Ch. S. Peirce vertraut ist, findet eine große Ahnlichkeit mit der Operationsweise des Luhmannschen Systems. In der vorliegenden Arbeit wird versucht, das Luhmannsche ``System`` aus der Perspektive der Operation ``Beobachtung`` zu rekonstruieren und dieses System mit Peirce` triadisches Zeichenprozess zu vergleichen. Dabei wird fur das Verstandnis des Luhmannschen Systems vorgeschlagen, einen dreiwertigen Prozess zugrunde zu legen. Peirces ``dynamisches Objekt`` steht als die regulative Idee, die mit Wahrheit zu tun hat, fur das ``unmittelbare Objekt`` außerhalb des Zeichens. Scheibmayr(2004) sieht in der Relation zwischen dem unmittelbaren und dem dynamischen Objekt eine ``Schnittstelle`` von System und Umwelt. Aber in dem Luhmannschen System(/Umwelt) besteht kein Ort fur die ``regulative Idee``, und das System ist indifferent fur Wahrheit. Das Luhmannsche System wird vor allem evolutionstheoretisch gepragt. In der System-Umwelt-Differenz wirkt Umwelt keinenfalls als ``regulative Idee``, sondern als dynamische Moglichkeit fur eine neue Evolution. Daher gibt es kein ``dynamisches Objekt`` in der ``Umwelt`` als Korrelat von System. Das Luhmannsche System ist operativ geschlossen gegen die Umwelt, aber potenziell offen fur die weitere Evolution des Systems. In diesem Zusammenhang liegt der Sinn der ``Beobachtungen`` zweiter und dritter Ordnung des Luhmannschen Systems darin, dass der Beobachter als ein System außerhalb des Systems das System beobachtet und vor allem die ganze Genealogie der Gesellschaft, und die Auflosung der Paradoxie durch die Unterscheidung von Beobachtern sieht.